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Fachbeitrag

Lack auf Holz und Sperrholz - Schutz oder mögliche Reklamationsquelle?

Das Lackieren von Holz und Sperrholz wird oft vor allem mit Ästhetik verbunden: einem schönen Farbton, Glanz, einer glatten Oberfläche und leichterer Reinigung. Ist das immer so?

Grafik von Paged LabTech Advisory „VARNISH: protection or risk?“ mit einer Probe lackierten Eichenfurniers, auf der dunkle Verfärbungen zu sehen sind

Holz und Sperrholz sind natürliche Werkstoffe, die arbeiten, Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben. Sie enthalten Gerbstoffe, Extraktstoffe, natürliche Farbstoffe und andere chemische Verbindungen, die mit der Beschichtung reagieren können.

Porträt von Dr.-Ing. Ewelina Depczyńska
Meine über 20-jährige Erfahrung im Schutz von Holz und Sperrholz zeigt, dass das größte Risiko nicht darin liegt, wie die Oberfläche am Tag des Auftrags aussieht, sondern darin, wie sich das gesamte System mit der Zeit verhält.
Dr.-Ing. Ewelina Depczyńska, F&E-Direktorin der Paged-Gruppe

Beispiele für Reklamationen, die nach dem Lackieren auftreten können

Dunkle Flecken auf Holz

Graue, schwarze oder blauschwarze Verfärbungen können durch eine Reaktion der im Holz enthaltenen Gerbstoffe mit Eisen entstehen. Eisenquellen sind nicht nur Nägel, sondern auch Metallstaub, Werkzeuge oder Bestandteile des Oberflächensystems. Besonders Eiche und Eichenfurniere enthalten viele Gerbstoffe und können deshalb mit Metallen, Bestandteilen von Lacken, Holzschutzmitteln oder Reinigungsmitteln reagieren. Die Folge sind dunkle Punkte, Schlieren oder Flecken unter der Beschichtung. Wichtig sind eine gründliche Vorbereitung der Oberfläche, das Absperren der Gerbstoffe, eine passende Grundierung und ein bewährter Decklack.

Gelbe Flecken auf Buche

Buche kann sehr anspruchsvoll sein. Bei hellen Lacken, wasserbasierten oder transparenten Systemen kann eine fehlende geeignete Grundierung oder Sperrschicht mit der Zeit zu gelben, bräunlichen oder unregelmäßigen Flecken führen. Unmittelbar nach dem Lackieren kann die Oberfläche einwandfrei aussehen; das Problem zeigt sich erst unter dem Einfluss von Licht, Feuchtigkeit oder Temperaturwechseln.

Blasen, Risse und Abblättern der Beschichtung

Holz und Sperrholz verändern unter Feuchtigkeit ihre Abmessungen. Der Lack muss da „mitkommen“. Ist er zu steif, zu dicht oder haftet er schlecht, können Blasen, Mikrorisse, Abblättern oder Ablösungen entstehen. Bei Sperrholz kann ein ungleichmäßiger Schutz von Seiten und Kanten zu Spannungen, Verzug, Quellung und sogar zur Schwächung der Verbindungen zwischen den Lagen führen.

Vergilben, Mattwerden und Verlust der Optik

Eine Beschichtung, die anfangs sehr gut aussieht, kann unter UV-Licht ihren Glanz verlieren, die Farbe verändern, matt werden oder zu reißen beginnen. Besonders gefährdet sind transparente Systeme, die die natürliche Maserung des Holzes zeigen sollen. Je natürlicher der Effekt, desto wichtiger ist die Beständigkeit der Beschichtung gegen Licht, Feuchtigkeit und Alterung.

Warum sind Alterungsprüfungen notwendig?

Eine übliche Bewertung nach dem Lackieren zeigt nur den Ausgangszustand: Farbe, Glanz, Härte, Haftung und Aussehen der Oberfläche. Sie zeigt jedoch nicht, was mit der Zeit geschieht.

Mit Alterungsprüfungen lassen sich Bedingungen simulieren, die im realen Gebrauch nach und nach auftreten: UV-Strahlung, Kondensation von Feuchtigkeit, Wassersprühen, Temperaturwechsel sowie das zyklische Quellen und Schwinden des Holzes.

So lässt sich schneller prüfen, ob ein Lacksystem sicher, stabil und mit einer bestimmten Holzart oder Sperrholzsorte verträglich ist. Das ist keine zusätzliche Prüfung - es ist ein praktisches Werkzeug, um Reklamationen zu begrenzen.

Sechs mit Buchstaben gekennzeichnete, lackierte Felder aus Eichenfurnier; die beiden unteren zeigen dunkle, unregelmäßige Flecken und Verfärbungen
Lackprüfungen auf Eichenfurnier

Fazit

Lack, Holzschutzmittel, Grundierung und das gesamte Schutzsystem können die Lebensdauer von Holz und Sperrholz deutlich erhöhen. Aber nur, wenn sie gut auf den Untergrund und die Nutzungsbedingungen abgestimmt sind.

Ein falsch gewähltes System kann genau das Gegenteil bewirken: Flecken, Verfärbungen, Haftungsverlust, Risse, Abblättern oder eine geringere Lebensdauer des Produkts.

Paged LabTech verfügt über das Fachwissen und die passende Prüfinfrastruktur, um solche Erscheinungen zu überprüfen: von der Bewertung von Farb- und Haftungsänderungen über die Alterungsbeständigkeit von Beschichtungen bis zur Analyse des Risikos von Verfärbungen, Abbau und Unverträglichkeit zwischen Schutzsystem und Holz oder Sperrholz.

Sehen Sie sich die QUV-Prüfmethode oder das gesamte Angebot im Portal von Paged LabTech an: Exposition von Beschichtungen auf Holz unter künstlicher Bewitterung - QUV

Autorin: Dr.-Ing. Ewelina Depczyńska, F&E-Direktorin der Paged-Gruppe und Vorstandsvorsitzende von Paged LabTech

Dr.-Ing. Ewelina Depczyńska leitet Paged LabTech und verantwortet die Technologiestrategie, den Ausbau der Forschungskompetenzen und die wirksame Überführung von Innovationen in skalierbare industrielle Anwendungen. Sie ist promovierte Ingenieurwissenschaftlerin auf dem Gebiet der Holztechnologie. Sie verbindet eine interdisziplinäre Ausbildung in Chemie, Werkstoffwissenschaft und Ingenieurwesen (Universität für Lebenswissenschaften Posen, Technische Universität Breslau, Jagiellonen-Universität, Aufbaustudium an der SGGW) mit über 20 Jahren Erfahrung im F&E-Management in den Bereichen Holz, Industriechemie und Verbundwerkstoffe.

Seit 2019 baut sie in der PAGED-Gruppe ein integriertes Modell der Produktentwicklung auf - von der Grundlagen- und Industrieforschung über die Validierung im Labor und im halbindustriellen Maßstab bis zur Produktionseinführung und einer Zertifizierung nach den Anforderungen des EU-Marktes.

Unter ihrer Leitung hat Paged LabTech strategische Projekte zu Brandschutz, niedrigen Emissionen und Werkstoffbeständigkeit umgesetzt (darunter Flame, FireExpert und FreePly) und damit die Position der PAGED-Gruppe als Technologieführer im Segment der Spezialsperrhölzer gestärkt. Ihr Ansatz beruht auf wissenschaftlicher Sorgfalt, partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen und dem konsequenten Aufbau von Wettbewerbsvorteilen durch Innovationen im Einklang mit europäischen Umwelt- und Bauvorschriften.